Chronik der Kornbrand-Brennerei H.Hessling

Kornbrand-Brennerei H.Hessling im August 2017
Kornbrand-Brennerei H.Hessling im August 2017

1772

Johann Henrich Hessling gründete  als Bäcker und Brauerdie Kornbrand-Brennerei Hessling. Die Brennerei befand sich am Kirchplatz 6 (heute Lütke) und dem Nachbarhaus Nr. 7 gegenüber der St. Stephanuskirche.

1801

Die Brennerei verschwefelte lt. Gewerbeamt Beckumbereits 800 Scheffel Weizen und Roggen und zog daraus 28 Ohm Branntwein. Ein preußisches Ohm waren 137,4 Liter. Also 3800 Liter Alkohol aus ca. 20 to Getreide.(Heute können 200000 Liter Alkohol aus ca. 500 to Weizen hergestellt werden)

1842

wurde von Johann Stephan Hessling das Haus an der Nordstraße 27 (heute Holtmann/Liberty) gekauft und die Brennerei dorthin verlagert. Anscheinend mit viel Erfolg, zahlte er doch unter allen 35 damals in Beckum tätigen Brennereien die höchste Brennsteuer.

1890

verlagerte Johann Heinrich Hessling der Urenkel des Gründers und mein Ur-Großvater den gesamten Betrieb an die damalige Stadtgrenze dem heutigen Standort am Lippweg 65.  Das Brennrecht damals 300 HL groß wurde noch auf einem sog. Blasenapparat mit direkter Feuerung destilliert. (s. Probedestillierapparat) Ein mitunter gefährliches Unterfangen. Auch wurde zu der Zeit noch im Gärkeller Hefe gepresst und verkauft. Aus diesem Grunde war die Kombination Brenner/Bäcker  bzw. Brenner/Brauer nicht unüblich.

1914

Die Brennerei wurde im 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918 „kriegsamtlich“ stillgelegt.

1918

übernahm mein Großvater Ferdinand Hessling den    Betrieb und führte ihn durch wechselvolle Zeiten. Inflation, Weltwirtschaftskrise, Kornbrennverbot, Bombenschäden, Währungsreform und Feuer, 1949 sind wir hier fast komplett abgebrannt, verschonten die Brennerei nicht. Nach dem 2. Weltkrieg musste der völlige Wiederaufbau beginnen.

1949

Durch die komplett neuen Anlagen aus Kupfer des damals in Deutschland führenden Anlagenbauer Gebr. Becker/Beckum konnte eine hervorragende Alkoholqualität hergestellt werden. Sie ist auch heute noch Maßstab für die Reinheit und Milde unserer Kornbrände.

1956

lag die Verantwortung in den Händen meines Vaters Heinrich Hessling. Das Brennrecht wurde in der Zeit bis 1970 auf 1400 HLA erhöht. In dieser Zeit der späten 50er bis in die 70er Jahre war der Nachholbedarf der sog. Kriegsgeneration an Genuß deutlich zu spüren. Zu jedem Essen und mehr gehörte das „Körnchen“ einfach dazu. Für die Entwicklung unseres Spirituosengeschäftes eine sehr erfolgreiche Zeit. Durch die kontinuierliche Modernisierung und Erweiterung der Anlagen wurde dem Absatz und einer erhöhten Effizienz Rechnung getragen. 

1993

Nach dem Betriebswirtschafts-Studium in Münster und Beginn der beruflichen Tätigkeit in München führe ich (Ferdinand Hessling) diesen Familienbetrieb seit 1993 in der 7. Generation fort. Wir stellen heute jährlich bis zu 200.000LA aus 500000 Kg Weizen her.